Lisbeth Quartett Live Album

Das Lisbeth Quartett hat gerade ein Live-Album veröffentlicht. JAZZAffine.com hat darüber mit Charlotte Greve, der Saxophonistin und Bandleaderin, gesprochen.

JAZZAffine: Wann und wie wurde euch klar, dass ihr ein Live-Album veröffentlichen wollt?

Charlotte Greve: Unser Bassist Marc hat sich vor einer unserer Touren Aufnahme- Equipment gekauft und uns gefragt ob es uns stören würde, ein paar Konzerte mitzuschneiden. Zu Anfang gab es also noch lange nicht den Plan, ein live-Album zu veröffentlichen. Dann haben wir von 3 aufeinander folgenden Touren fast alle Konzerte aufgenommen und beim späteren Hören festgestellt, dass sich gerade die Stücke, die schon lange im Repertoire waren, neu entwickelt hatten und wir diese Versionen gerne herausbringen wollen.

Ihr habt ja auch schon 3 Studio-Alben rausgebracht. Welche Idee verbindet ihr mit einem Live-Album?

Bis auf zwei Ausnahmen sind alle Stücke auf der live-CD schon einmal auf früheren Alben erschienen. Weil viele der Kompositionen aber viel Raum für verschiedene Versionen  bieten, hat sich die Musik im Konzert sehr verändert und weiterentwickelt und so fanden wir, dass es hörenswert ist wie sich das selbe Material in der live-Situation aber auch über die Monate und Jahre verändert hat.

Wie habt ihr die Stückauswahl für das Live-Album getroffen?

Es sind nur die Stücke in Frage gekommen, die flexibel geschrieben und nicht von vorne bis hinten mehr oder weniger durchkomponiert sind. Dadurch wurde die Enstcheidung leichter. Was allerdings ewig gedauert hat, war, sich für die beste Version zu entscheiden. Dafür haben wir alle um die 40 Sets musik durchgehört. Bei der entscheidung am Ende kam es darauf an, wie rund eine Version im ganzen war, wie anders im Vergleich zur Studioversion, wie gut der Raumklang war und wie gut der Flügel oder das Klavier war.

Ist die Arbeit mit der Band eigentlich schwieriger geworden dadurch, dass 2 der Mitglieder in New York leben?

Die Arbeit ist nicht schwieriger geworden. Eher produktiver, weil wir die Zeit, die wir zusammen in Deutschland haben, so gut wie möglich nutzen müssen. Dadurch spielen wir eigentlich mehr Konzerte als vorher, damit es sich am Ende für alle lohnt.

Das Interview führte Bettina Bohle.

Mehr Informationen zum Lisbeth Quartett gibt es hier.

Über Bettina Bohle 42 Artikel
Studium der Musikwissenschaft, Gräzistik, Philosophie in Glasgow, Greifswald, Padua, London Promotion in Antiker Philosophie an der FU Berlin kulturpolitisch aktiv in der IG Jazz Berlin und der Koalition der Freien Szene
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