Mo´Blow – Live in Berlin

Funky tunes mit guter Laune

Foto: van Deesen/ACT Music

Mo´Blow veröffentlichen auf Live in Berlin (2016) einen Mitschnitt großartiger Auftritte vom 11.-15. August letzten Jahres. Der bunte Teddybär von Martin Assig ziert dabei das Cover und lädt ein zur verspielten Leichtigkeit.

Foto: Felix Zimmerman / ACT
Foto: Felix Zimmerman / ACT

Von Anfang an starten sie mit Slingshot in eine gutgelaunte und funkige Musik, in der jeder Solist seinen Raum gewährt bekommt. Bassist Tobias Fleischer beweist seine Fähigkeiten im Slap-Spiel, Matti Klein groovt auf seinem Rhodes und die Bläsersektion ergänzt ihr Übriges. Saxophonist und Didgeridoo-Spieler Felix Falk hat sich dazu prominente Verstärkung geholt: den mittlerweile überall anzutreffenden Nils Landgren. Dieser greift auch mal in einzelnen Songs zum Mikrofon und singt etwa das Adele-Cover Rolling In The Deep. Die Band interpretiert das Stück mit viel Funk und Spielfreude neu und die Instrumentalisten unterstützen Landgren mit Backvocals. Falk und Landgren überbieten sich zudem gegenseitig in ihren Soli auf Saxofon bzw. Posaune.

Mo´Songs

Besonders in Ricky The Lobster zeigt sich das abgestimmte Zusammenspiel zwischen Fleischers Tiefsaiter und Schlagzeuger André Seidel, der hier von der Leine gelassen wird. Während No Particular Way mit Gastsängerin Pat Appleton die positive Stimmung mit viel Soul anreichert, kommen Songs wie Ray gemütlicher daher. Hier überzeugt Gastgeiger Adam Baldych, expressiv wie Nigel Kennedy.

Im gemütlich trabenden Along Came Mag sticht Franz Bauer mit seinem solistischen Vibrafon heraus, begleitet von der eingängigen Saxofon-Melodie. Count XVII wirft den Blick in die Weltmusik mit Didgeridoo und getragenen Rhodes-Sounds. Die Band schafft es immer wieder, Songs im Mittelteil dynamisch auf wenige Akzente zu reduzieren, um sie kurzerhand wieder nach vorne zu bringen.

Fried Chocolate und Call Me Milroy bieten allen Beteiligten Platz für sicher platzierte Soli voller Spielfreude. Klein kocht auf seinen Tasten die Stimmung hoch und als Zugabe kann die Band mit Gimme The Boots nochmal das Publikum zum begeisterten Mitsingen animieren, bevor ein gelungener Auftritt endet.

Mo´CD

Insgesamt präsentiert die Band gradlinige Songs, die den Groove und das Feeling in den Vordergrund stellen. Musik darf auch einfach mal kantenlos gute Laune verbreiten. Wer sich die gut produzierte Atmosphäre aus dem Berliner Jazzclub A-Trane mit souveränen Musikern in das Wohnzimmer holen möchte, liegt mit dieser CD auf jeden Fall richtig.

http://www.moblow.de/

ACT9675-2_3000

Mo‘ Blow

Live In Berlin
Kat Nr.: ACT 9675-2
Barcode: 61442967527
VÖ. Deutschland:29.01.2016

Über Attila Kornel 16 Artikel
Studium der Musikwissenschaft, Philosophie und Antiken Kulturen Ägyptens u. Vorderasiens an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; Bachelor-Abschluss in Musikwissenschaft/Philosophie zum Thema: "Prinzipien der kompositorischen Klangsynthese bei Simon Stockhausen" (2012).; Master-Abschluss in Musikwissenschaft zum Thema: "Ästhetik der Stille. Untersuchung zu europäischen und ostasiatischen Kompositionsverfahren am Beispiel von 'Namucuo' op.53 von Xiaogang Ye und 'Weisse Rose' von Udo Zimmermann" (2015) Seit 2015 Promotions-Studium zur Stille bei modernen Komponisten Chinas an der WWU Münster. In diversen Ensembles als Musiker tätig sowie Übungsleiter für chinesische Kampfkunst und Meditation. 3x (Jazz-)Musik für die Insel: World Of Jazz – The Legends, eine Guqin-CD zur Entspannung und eine externe Festplatte voller Musik zum Entdecken. Mein Motto: Warum über etwas bekümmert sein, dem man abhelfen kann? Und gibt es keine Abhilfe, was nutzt es da, sich zu bekümmern?
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