Seven Large Ensembles – Berliner Großformationen in concert

Die Reihe "Seven Large Ensembles" wird kuratiert von Marie Blobel. Im Interview mit JAZZAffine erklärt sie die Idee hinter der Reihe und stellt die einzelnen Konzerte vor

Seven Large Ensembles - Interview mit Kuratorin Marie Blobel

Wie kamst Du auf die Idee zu der Reihe „Seven Large Ensembles“?

2016 durfte ich erleben, wie Gunter Hampel mit knapp 20 Weggefährten seinen 79. Geburtstag auf der Bühne feierte und ich war begeistert von dem Enthusiasmus aller Beteiligten. Ich realisierte den ökonomischen und logistischen Wagemut, dem sich die Mitwirkenden stellten, um ihre musikalischen Visionen umzusetzen. Ihnen eine geeignete Location und finanziell seriöse Rahmenbedingungen für einen Auftritt in Berlin zu geben war meine Motivation, einen Förderantrag zur Präsentation von Berliner Großformationen zu stellen. Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa setzte ich nun die Reihe „Seven Large Ensembles“ – in all ihrer Vielfalt – in die Tat um.

Wie hast Du die Ensembles ausgewählt?

Bei der Gestaltung des Programms war es mir in erster Linie wichtig verschiedene Facetten von modernen Großformationen zu präsentieren. Darüber hinaus habe ich mich der Herausforderung gestellt, die verschiedenen Altersgruppen der Berliner Jazzszene abzubilden. Vom 80sten Geburtstag einer Jazzlegende wie Gunter Hampel zu jungen Nachwuchsmusikern. Oder einem Jubiläumskonzert wie das zum 10-jährigen Bandbestehen von Lauer Large im Gegenzug zu einer Premiere innerhalb dieser Reihe, dem XL-Format von Silke Eberhards Potsa Lotsa waren für mich von Interesse.

Bandbreite der Stile

Wie läuft es bisher mit den Konzerten von „Seven Large Ensembles“?

Mein Fazit nach den ersten 3 Konzerten ist sehr gut.  Die geballten und wagemutigen Arrangements haben die Zuschauer stets mitgerissen. Das Konzept mit den unterschiedlichen Facetten kam sehr gut zum Tragen. Ich würde mir wünschen dass mehr Zuschauer sich mit auf diese Reise begeben und sich auch an neue Large Ensembles herantrauen damit sie die Bandbreite der Stile kennen lernen.

Was kommt jetzt noch, welche Bands stehen noch an?

Am Donnerstag, 14.9. spielt Malte Schillers Red Balloon im Kreuzberger Privatclub – eine 12-köpfige BigBand die sich vom Sound und der Ästhetik von der Gerry Mulligan Concert Jazz Band inspirieren lassen hat. Am 28.9. spielt Hannes Zerbes Jazz Orchestra seine Adaption von Goethes Erlkönig im Ballhaus Mitte. Der Komponist und Pianist Hannes Zerbe, geboren 1941, versammelt seit 2011 einige der umtriebigsten Berliner Improvisator_innen, um seine Stücke in orchestralen Dimensionen erstrahlen zu lassen.

Anschließend, am 5.10. folgt die Premiere von Silke Eberhards Potsa Lotsa XL mit Jürgen Kupke (Klarinette), Patrick Braun (Tenorsaxopho, Klarinette), Nikolaus Neuser (Trompete), Gerhard Gschlößl (Posaune), Johannes Fink (Cello), Charlotte Birkenhauer (Vibraphon), Antonis Anissegos (Synthesizer, Electronics), Igor Spallati (Bass) und Kay Lübke (Schlagzeug). Beim letzten Teil der Reihe, am 12.10. lädt der Gitarriest Moritz Sembritzki mit seinem 17-köpfigen Magnetic Ghost Orchestra zum Träumen ein. Angelehnt an das Album „SAND“ wird ein geschlossener musikalischer Bogen zu hören sein, der sich an den Traumphasen einer durchschlafenen Nacht orientiert.

Wie findest Du es, dass die Berliner Senatsverwaltung jetzt eine Basisförderung für Großformationen einführt?

Die neue Basisförderung für Großformationen halte ich enorm wichtig. Ich habe für meine Reihe sehr viel Zuspruch von den Musiker_innen bekommen und für eine 2te Auflage von „Seven Large Ensembles“ schon viele Angebote erhalten. Es gibt einige Großformationen in Berlin und der enorme Arbeitsaufwand dieses Projekte gilt die Wertschätzung.

Alle weiteren Infos findet man unter www.seven-large-ensembles.de

 

Über Bettina Bohle 51 Artikel
Studium der Musikwissenschaft, Gräzistik, Philosophie in Glasgow, Greifswald, Padua, London Promotion in Antiker Philosophie an der FU Berlin kulturpolitisch aktiv in der IG Jazz Berlin und der Koalition der Freien Szene
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